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Dr. phil. Kayo Adachi-Rabe


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Werdegang

Kayo Adachi-Rabe, Dr. Phil., studierte Germanistik an der Rikkyo-Universität Tokyo, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. 2002 Promotion an der Philipps-Universität Marburg zum Thema „Abwesenheit im Film. Zur Theorie und Geschichte des hors-champ“ (Münster: Nodus Publikationen 2005). Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Japanologie an der Humboldt-Universität zu Berlin (1997-2008) und im Ostasiatischen Institut an der Universität Leipzig (2008-2009). Forschungsschwerpunkte: Filmtheorie, Medienphilosophie, internationale Filmgeschichte. Aktuelles Forschungsthema: Film als Kunst des Paradoxons. Thema zum Projekt "WerteWelten": Repräsentation der Freiheit in den gegenwärtigen asiatischen Filmen.





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Forschungsvorhaben

Projekt WerteWelten:
Repräsentation der Freiheit in den gegenwärtigen asiatischen Filmen


Freiheit ist ein Begriff, der in der Geistes- und Rechtswissenschaft sowie in der Kunst als hohes Ideal gilt. Dieses wurde seit der Antike vielfältig diskutiert und entscheidend in der europäischen Geschichte der Aufklärung entwickelt. Heute, im postindustriellen Kapitalismus und unter der Vorherrschaft der virtuellen Informations- und Kommunikationstechnologien, ist die Bedeutung dieser Idee nicht mehr so eindeutig wie früher. Der Film ist ein Repräsentationsmedium, das von seiner Erfindung an dafür eingesetzt wurde, um Wahrnehmungsformen und Denkprozessen der Menschen einen angemessenen, progressiven Ausdruck zu verleihen und diese durch Provokation auch zu verändern. Vor allem die Filme der Russischen Avantgarde, des Italienischem Neorealismo, der Französischen Nouvelle Vague und die Neuen Deutschen Filme setzten sich intensiv mit der Repräsentation der Freiheit auseinander. Sie reflektierten die historischen Ereignisse bzw. gesellschaftliche Realität und stellten die Idee der Freiheit im Kontrast zu den Bildern sozialer Zwänge und zwischenmenschlicher Abhängigkeiten dar. Bis heute blieb die Relevanz des Themas unverändert, aber die Ausdrucksweisen haben sich gewandelt. Mein Forschungsvorhaben fokussiert auf gegenwärtige asiatische Filme, um die mediale Repräsentation der Freiheit unter einem anderen Aspekt zu betrachten. In Asien war der Begriff der Freiheit ein Importartikel. Fukuzawa Yukichi, ein führender Denker der Meiji-Restauration, dem Beginn der japanischen Moderne 1868, z.B. geriet in Schwierigkeiten, als er das Wort freedom übersetzen musste, da weder das Japanische noch das Chinesische eine genaue Entsprechung dafür enthält. Schließlich nahm er das künstlich zusammengesetzte Wort jiyû, das ungefähr so viel wie „nach eigenem Willen“ bedeutet. Fukuzawa zufolge manifestiert freedom aber eine viel stärkere Autonomie des Individuums. Mein Forschungsvorhaben möchte in Frage stellen, ob die morgenländische Nachwelt diese Unübersetzbarkeit des Wortes „Freiheit“ überwunden hat. Die asiatischen Filmemacher strebten zunächst danach, die Idee der Freiheit nach westlichen Vorbildern zu modellieren. Heute gibt es keine zentrale Orientierung in dieser Richtung mehr, sodass sie versuchen, ihre eigenen Bilder für dieses Ideal zu schaffen und dadurch neue Ausdrucksmöglichkeiten des Kinos und innovative visuelle Denkweisen zu entwickeln. Es handelt sich nicht nur um die Souveränität des Einzelnen in der Gesellschaft, sondern viel mehr um das freie Denken selbst, das alternative Zukunftsvisionen der Welt entwirft. In meiner geplanten Abhandlung wird versucht, die neuen, kreativen Arten der Repräsentation der Freiheit in gegenwärtigen asiatischen Filmen in der inhaltlichen und formalen Ebene zu analysieren. Ihre Singularitäten werden im Vergleich zu westlichen Traditionen und Konventionen der Freiheitsdarstellung herausgestellt. Die Querverbindungen zu den philosophischen und literarischen Ansätzen zum Thema Freiheit werden berücksichtigt. Der Forschungsplan sieht vor, die heutigen Wertvorstellungen der Freiheit in den unterschiedlichen geistigen Traditionen und vor verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründen sichtbar zu machen. Dadurch soll beleuchtet werden, wie sich Ideen fremder Herkunft durch die Medien miteinander austauschen, um die Erkenntnishorizonte einer Kultur zu erweitern.




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Publikationen

Monographien

Abwesenheit im Film. Zur Theorie und Geschichte des hors-champ, Münster: Nodus 2005.

Artikel

„Eyes that open the door to the infinite. On Yu’s endless imaginary films“ (Japanisch/Englisch). In: Shiseido Gallery (Hg): Ausstellungskatalog (Fotoinstallation): Yu Hirai. Mysterious Visitors from the Land of Ephémère. Tokyo 1996, S. 30-31.

„Filme der Ekstase. Aktuelle japanische Filme“. In Titel-Magazin, Karlsruhe (www.titel-magazin.de) Japanausgabe 2000.

„Aktuelle Filmforschung in Deutschland“ (auf Japanisch). In: The Research Organization for Film Study, Waseda University (Hg.): Eigagaku (Film Study) 14. Tokyo 2000, S. 73-80.

„Der unsichtbare Tod. Das Geschlecht der Abe in der Verfilmung von Kumagai Hisatora. Versuch einer Neubewertung“. In: Japonica Humboldtiana 6. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2002, S. 7-14. http://edoc.hu-berlin.de/japonica-hu/6/adachi-rabe-kayo-167/PDF/adachi-rabe.pdf

„Die Ästhetik des hors-champ im Stummfilm und ihre Kontinuität im zeitgenössischen Film“. In: Röwekamp, Burkhard u.a. (Hg): Medien/Interferenzen. Marburg: Schüren Verlag, 2003, S. 7-14.

„Off-Ton als Medium“ (auf Japanisch). In: Germanistisches Seminar der Rikkyo Universität (Hg.): Aspekt Nr. 37. Tokyo 2003, S. 215-224.

„Der nicht-sichtbare Raum im Film“ (auf Japanisch). In: Germanistisches Seminar der Rikkyo Universität (Hg.): Aspekt Nr. 38, Tokyo 2004, S. 54-62.

„Der Kameramann Miyagawa Kazuo“. In: Japonica Humboldtiana 8. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2004, S.177-214. http://edoc.hu-berlin.de/japonica-hu/8/adachi-rabe-kayo-177/PDF/adachi-rabe.pdf

„Film als Paradox“ (auf Japanisch). In: International Center for Regional Studies, Tenri Universität (Hg.): Agora Nr. 2. Nara 2004, S. 77-88.

„Intermedialität: Kazuo Miyagawas Kameraarbeit und Junichirô Tanizakis Essay Lob des Schattens“. In: Thomas Barth u.a. (Hg.): Mediale Spielräume: Erfundene Welten, Gestaltete Bilder. Marburg: Schüren Verlag 2005, S. 17-24.

„Die seltsame Schleife der Kamerabewegung. Ein Aspekt zur Repräsentation des Paradoxen im Film“ . In: Kallwies, Nicole; Schütz, Mariella (Hg.): Mediale Ansichten. Marburg: Schüren Verlag 2006, S. 89-95.

“Film und japanische Kunst. Eisenstein-Rezeption bei Terada Torahiko, Imamura Taihei und Takahata Isao” in: Japonica Humboldtiana 9. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2005, S. 171–204. http://edoc.hu-berlin.de/japonica-hu/9/adachi-rabe-kayo-171/PDF/adachi-rabe.pdf

„Wie Mond und Sonne. Nippons Töchter: Setsuko Hara und Hideko Takamine“. In: Jatho, Gabriele; Prinzler, Hans Helmut (Hg.): Traumfrauen. Stars im Film der 50er Jahre. Berlin: Bertz+Fischer Verlag 2006, S. 50-57.

„Verfahren des Films - Falle des Paradoxes“ (auf Japanisch). In: Yanai, Tadashi (Hg.): Eigateki shikô no bôken (Das Abenteuer des filmischen Denkens). Kyoto: Sekai Shisô Sha, 2006, S. 39 - 78.

„Das Paradox im Zeitkristall“. In: Becker, Andreas R. Becker u.a. (Hg.): Medien-Diskurse-Deutungen. Marburg: Schüren Verlag 2007. S. 279-285.

„Selbstreflexive Paradoxa. Ein Mann verschwindet von Imamura Shôhei und After Life von Koreeda Hirokazu.“. In: Japonica Humboldtiana 11. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2007, S. 171-190. http://edoc.hu-berlin.de/japonica-hu/11/adachi-rabe-kayo-215/PDF/adachi-rabe.pdf

“Geschichte des deutschen Avantgard-Films“ (auf Japanisch). In: Iwamoto, Kenji u.a. (Hg.): Ecce 1, Tokyo: Shinwa Sha 2009. S. 60-72.






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Stand: 28. April 2010