Wertewelten Kolloquium
"Ähnlichkeiten. Mischungen. Synkretismen." Kolloquium vom 13. - 16. Juli 2011
Wertewelten Kolloquium
Ilija Trojanow: „Confluence“ — Über das Zusammenfließen von Kulturen. 13. Juli, 20:00 Uhr.
Wertewelten Kolloquium
Horst Köhler und Henning Mankell: Schicksal Afrikas — Welche Werte entscheiden? 14. Juli, 20:00 Uhr.
Wertewelten Kolloquium
Liao Yiwu. Lesung und Diskussion mit dem chinesischen Schriftsteller. 15. Juli, 20:00 Uhr.
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Szene und Tribunal – zwei Orte an denen Werte verhandelt und kommuniziert werden. Nicht nur bei Schiller, dessen 250.
Geburtstag in diesem Jahr zu feiern ist, sondern ganz allgemein und bis in die Gegenwart.
Das 2. Forum des Projekts „Wertewelten“ will den mentalen Topographien dieser beiden
Spielorte nachgehen und hierzu mit Experten aus dem Bereich des Theaters und des
Gerichts diskutieren. Insbesondere interessieren uns Momente des Umschlags, Momente, in dem die Szene zum Tribunal oder auch
jene, in denen das Tribunal zur Szene mutiert und
nicht nur Werte, sondern auch Emotionen und Energien freigesetzt werden.
Es ist uns darum zu tun, „Bühne“ und „Gericht“ als zwei sehr unterschiedliche und doch miteinander verwandte Räume der Verhandlung und Kommunikation von Werten in den Blick zu nehmen, wobei besonders folgende Aspekte zu einer näheren Betrachtung anregen: Momente, in denen die Bühne und Literatur sich auf eine sehr spezifische Art in die Vermittlung von Werten einschalten – und solche, in denen der Gerichtssaal zur affektgeladenen Bühne, des In-Szene-Setzens von „Recht“ und „Unrecht“ wird.
Der historischen Situation kommt – nicht nur wegen des Schillerjahrs – als dem geschichtlichen Moment der modernen Wert und Wahrnehmungskonzeption eine besondere Bedeutung zu; mithin der Erkenntnis in dem extrem kultur-bzw. zeitspezifischen Kontext, innerhalb dessen Wertekonstitution stattfindet.
Schließlich bleibt die Frage des Mediums, also der Sprache. In Fortführung des Dialog-Themas vom ersten Kolloquium bleibt innerhalb einer Auseinandersetzung mit Werten aller Art die Sprache ein grundlegender Bestandteil. Der unterschiedliche begriffliche Umgang – sei es kulturell oder disziplinär – verweist nicht nur auf verschiedene Wertsetzungen, sondern auch auf Konnotationen, die wiederum ein bestimmtes Werteverständnis hervorbringen. So sind bestimmte juristische Begrifflichkeiten wie „niedere Beweggründe“ und „archaische Moralvorstellungen“ vermeintlich eng und nach rational nachvollziehbaren und objektivierbaren Kriterien definiert. Der „Interpretationsspielraum“ eines Richters kann aber erst im Einzelfall bespielt werden. Auf der Bühne bietet die szenische Darstellung eines Einzelschicksals hingegen Raum für eine öffentliche Verhandlung über Werte.
Das Programm für die öffentlichen Veranstaltungen, unter anderem mit einem Vortrag der mehrfach ausgezeichneten
Schriftstellerin Marlene Streeruwitz, können Sie auch als
pdf-Dokument downloaden.
Wenn nicht anders vermerkt, sind die Veranstaltungen NICHT öffentlich.
Freitag, 10. Juli 2009
| bis Abends Anreise |
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| 20:00 Uhr | Öffentlicher Vortrag Seyran Ateş (Berlin) Kupferbau HS 21 „Wertekonflikte in der multikulturellen Gesellschaft – Die Gleichberechtigung der Geschlechter als Zerreißprobe“ |
Samstag, 11. Juli 2009
| Impulsreferate und Diskussion mit dem Schwerpunkt: Prämissen Hölderlinturm |
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| 09:30 Uhr | Jürgen Wertheimer (Tübingen): Inszenierte Wahrheit, oder: Die Gerechtigkeit als Illusion |
| 10:15 Uhr |
Chetana Nagavajara (Nakorn Pathom, Thailand): Die Schaubühne als moralische Anstalt oder das Scheitern des Tribunals |
11:30 Uhr |
Carlotta von Maltzan (Stellenbosch, Südafrika): Begebenheit und Zeugenaussage: Überlegungen zum narrativen Prozess |
Impulsreferate und Diskussion mit dem Schwerpunkt: Systeme Hölderlinturm |
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14:30 Uhr |
Anil Bhatti (Neu Delhi, Indien): Rechtssysteme, Wertsystem und Konfliktzonen im postkolonialen Indien |
15:15 Uhr |
Heinz-Dieter Assmann (Tübingen): Die Tribunalisierung des Weltverständnisses: zur rechtlich vermittelten Konstruktion von Weltwissen und Weltvorstellung |
16:30 Uhr |
Roger Greatrex (Lund, Schweden): Trials and Justice in Eighteenth Century China: the Imperial Household Tribunal |
16:30 Uhr |
Roger Greatrex (Lund, Schweden): Trials and Justice in Eighteenth Century China: the Imperial Household Tribunal |
20:00 Uhr |
Öffentlicher Vortrag Marlene Streeruwitz (Wien) Kupferbau HS 21 „Bei uns hat der größte Wert den kleinsten Preis“ |
Sonntag, 12. Juli 2009
| Impulsreferate und Diskussion mit dem Schwerpunkt: Methoden der Gerechtigkeit Hölderlinturm |
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09:30 Uhr |
Amadou Ba & Mamadou Diop (Dakar, Senegal): Tribunal am Scheidepunkt zwischen altem und modernem Afrika am Beispiel des Werkes le process du Pilon (1948) von Ousman Goundiam |
10:15 Uhr |
Elmar, Weitekamp & Hans-Jürgen Kerner (Tübingen): Truth and Reconciliation Commissions as a Form of Transitional Justice: The Example of South Africa |
11:30 Uhr |
Fortsetzung des Vortrags von Elmar, Weitekamp & Hans-Jürgen Kerner |
Impulsreferate und Diskussion mit dem Schwerpunkt: Theatralisierung Hölderlinturm |
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14:30 Uhr |
Mun-Yeong Ahn (Daejeon, Südkorea) : Die Klage und Anklage einer geprügelten Frau |
15:15 Uhr |
Kittisak Prokati (Bangkok, Thailand): Perspektiven auf Bühnen der Gerechtigkeit in Thailand |
16:30 Uhr |
Gerd Heinz (Freiburg): Der Umschlag von Bühne (Szene) in Tribunal in Kleists „Zerbrochenem Krug“ - die Umkehrung von Tribunal in Bühne in Büchners „Dantons Tod“ |
17:15 Uhr |
Gespräch - Moritz Rinke und Jürgen Wertheimer: Das Theater als Verhandlungsraum? |
Montag, 13. Juli 2009
| Impulsreferate und Diskussion mit dem Schwerpunkt: „Gerechtigkeit“ als Medienereignis Hölderlinturm |
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09:30 Uhr |
Özkan Ezli (Konstanz): Religion zwischen Inszenierung und Problematisierung im deutsch- türkischen Film |
10:15 Uhr |
Teruaki Takahashi (Tokio, Japan): Wiederherstellung der Gerechtigkeit: Fantastische Wunschbilder in den japanischen Fernsehserien „Mito- komon“, „Der wilde Shogun“ und „Der zuverlässige Auftragsmörder“ |
11:30 Uhr |
Ihmku Kim (Seoul, Südkorea): Ein NS-Prozeß als Prüfstein aufklärerischer Werte zu Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“ |
Impulsreferate und Diskussion mit dem Schwerpunkt: Ästhetiken des Widerstands Hölderlinturm |
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14:30 Uhr |
Anne Lorenz (Tübingen) & Alexander Baur (Tübingen): Auf Abweichungskurs: Prozesse in der Literatur und im Recht |
15.15 Uhr |
Mohamed Benmoussa (Rabat, Marroko): Die politische Szene als Welttheater |
16:30 Uhr |
Arata Takeda (Tübingen): Ansichten eines Dilemmas. Zum Wert des Lebens vor Gericht |
18:00 Uhr |
Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Chetana Nagavajara Hölderlinturm, Bursagasse 6 |
20:00 Uhr |
Öffentlicher Vortrag Jürgen Wertheimer, Arata Takeda: Recht, Unrecht, Terror in Schillers „Die Räuber“ Kupferbau, HS 21 |
Dienstag, 14. Juli 2009
10:00 Uhr |
Gemeinsames Frühstück (intern) Zusammenfassung und Ausblick |