Wertewelten Kolloquium
"Ähnlichkeiten. Mischungen. Synkretismen." Kolloquium vom 13. - 16. Juli 2011
Wertewelten Kolloquium
Ilija Trojanow: „Confluence“ — Über das Zusammenfließen von Kulturen. 13. Juli, 20:00 Uhr.
Wertewelten Kolloquium
Horst Köhler und Henning Mankell: Schicksal Afrikas — Welche Werte entscheiden? 14. Juli, 20:00 Uhr.
Wertewelten Kolloquium
Liao Yiwu. Lesung und Diskussion mit dem chinesischen Schriftsteller. 15. Juli, 20:00 Uhr.
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Kayo Adachi-Rabe ist eine in Marburg promovierte japanische Filmwissenschaftlerin. 1997-2009 Tätigkleit als wissenschaftliche Mitarbeiter im Institut für Japanologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Leipzig. Derzeit Stipendiatin des Projekts „WerteWelten“ im Deutschen
Seminar der Universität Tübingen.
Vortrag:
Dekanonisierende Wiederholung – Ozu-Adapution im Film 35 Rhums von Claire Denis
Yasujirô Ozus Film ist ein filmästhetisches Standardwerk nicht nur für das japanische Familiendrama der
Nachkriegszeit, sondern auch für das internationale Autorenkino der Gegenwart. Claire Denis adaptierte
eines seiner Hauptwerke Banshun (Spätfrühling, 1949) in ihrem Film 35 Rhums (2008). Anhand dieses
individuellen Beispiels wird analysiert, wie sich ein Remake vom Original verselbstständigt und dennoch
dessen ursprünglichen Diskurs vertiefend weiterführt.
Mun-Yeong Ahn lehrt als Professor für Deutsche Literatur und Sprache an der
Chungnam National Universität in Daejeon, Südkorea. Sein Forschungsschwerpunkt ist Deutsche Poesie und Drama. 1983 promovierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn.
Karin S. Amos
Vortrag:
Standardisierung und Beschleunigung: zur Beziehung von Gesellschafts- und Subjektverhältnissen.
Amadou Oury Ba ist Dozent der Germanistik an der Universität Cheickh Anta Diop in Dakar. Nach mehreren
Studienaufenthalten in Deutschland promovierte er im Jahr 2005 über den Einfluss Goethes und Brechts auf die Ideen Léopold Sédar
Senghors und Wole Soyinkas an der Universität Mannheim.
Vortrag:
Wider den Standard: Goethezeit und Negritude. Das Beispiel Zweier Absagen klassischer Poetik.
Anil Bhatti ist emeritierter Professor of German Studies, Jawaharlal Nehru University, New Delhi. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich vergleichender kulturwissenschatlicher Studien zwischen Deutschland/Europa und Indien. Er war Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt Stiftung und wurde mit dem Jacob-und Wilhelm-Grimm-Preis des DAAD 2001 und mit dem Bundesverdienstkreuz 2005 ausgezeichnet. Gastprofessor in Tübingen im SS 2006. Teilnahme an den früheren Tagungen von
"Wertewelten". Er ist derzeit President der "Goethe Society of India."
Home Page: http://www.jnu.ac.in
/Faculty/abhatti/
Thomas Eich ist 1973 geboren, studierte Islamwissenschaft, Iranistik und mittelalterliche Geschichte. 2003-2007 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Orientalistik der Ruhr Universität Bochum im Rahmen des Forschungsprojektes "Bioethische Fragen im Kontext des islamischen Rechts". Seit 2007 ist er akademischer Rat a.Z. am Orientalischen Seminar der Universität Tübingen.
Vortrag:
Aktuelle Entwicklungen im islamischen Recht: Zurückdrängen des islamischen Rechtspluralismus.
Das islamische Recht ist historisch von großer Meinungsvielfalt geprägt. Dies war nicht nur den Kommunikationsbedingungen der Vormoderne geschuldet sondern integraler Bestandteil des Selbstverständnisses islamischer Jurisprudenz. Seit den 1980er Jahren verändert sich diese Situation durch die Entstehung großer zwischenstaatlicher Organisationen in der islamischen Welt, denen weltweit großes Ansehen genießende Akademien islamischer Rechtsgelehrsamkeit angegliedert sind. Gestatteten sich diese Gremien anfangs in ihren Erklärungen noch Hinweise auf die Existenz unterschiedlicher Rechtsauffassungen zu einem bestimmten Thema, verschwinden solche Hinweise spätestens ab den 1990er Jahren. Die Tendenzen, die weltweite Meinungsvielfalt islamischer Rechtstradition zu begrenzen, werden an einem konkreten Beispiel aus Malaysia illustriert.
Julia Genz
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Winfried Hassemer
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Vortrag:
„Dein Glaube, mein Glaube. Unser Recht – Bedingungen von Toleranz.“
Hans-Jürgen Kerner ist Ordinarius an der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen und zugleich
Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen. Von 1977 bis 1980 war er als Direktor des Seminars für
Jugendrecht und Jugendhilfe der Universität Hamburg und gleichzeitig als Richter am 2. Strafsenat des Hanseatischen
Oberlandesgerichts tätig. Ab 1979 führten in Gastprofessuren u. a. nach Peking, Philadelphia, Melbourne und nach Cambridge.
Außerdem war er fünf Jahre Mitglied im wissenschaftlichen Ausschuss des European Committee for Crime Problems des Europarates in
Straßburg, als Vertreter für die Bundesrepublik Deutschland.
Vortrag:
„Normorientierung und Devianzbereitschaft in verschiedenen Schülermilieus vom Jugendstrafvollzug bis zum Gymnasium.“ oder „Normorientierung und Erziehungserfahrungen in verschiedenen Religionen: Christen, Muslime, Freigläubige/ Nichtgläubige.“
Vivian Liska ord. Prof., unterrichtet Neuere Deutsche Literatur und leitet das Institut für Jüdische Studien an der Universität Antwerpen. Forschungsschwerpunkte Literatur der Moderne, deutsch-jüdisches Denken und Literaturtheorie. Publikationen (Auswahl): Als Herausgeberin: Modernism in der ICLA -Reihe “History of the European Literatures” (mit Astradur Eysteinsson) 2007 und Contemporary Jewish Writing in Europe (mit Thomas Nolden), 2007, What Does the Veil Know? (mit Eva Meyer).
Als Autorin: Die Nacht der Hymnen (zu Paul Celans Frühwerk), 1993; Die Dichterin und das schelmische Erhabene (zu Else Lasker Schülers früher Prosa),1997; ‘Die Moderne Ein Weib’ (zu Romanen von Autorinnen der Jahrhundertwende) 2000. Giorgio Agambens leerer Messianismus (2008); When Kafka Says ‚We.’ Uncommon Communities in German Jewish Literature (2009).
Vortrag:
Ausschluss und Gleichschaltung. Franz Kafkas Gemeinschaften.
Europäisch-Jüdische Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts haben sich aus vielfältigen, teilweise offensichtlichen Gründen besonders intensiv mit der Anziehungskraft aber auch mit den Gefahren der Standardisierung wie Ausschluss und Gleichschaltung in geschlossenen Gemeinschaften, bzw. in Gesellschaften, die nach einem entsprechenden Modell funktionieren, auseinandergesetzt. Zu ihnen gehört Franz Kafka. Anhand von zwei Textbeispielen möchte ich zeigen, wie er die Möglichkeiten der Literatur einsetzt um diese Ambivalenzen erfahrbar zu machen, die Legitimation einer gewaltsamen Standardisierung zu entlarven und gleichzeitig alternative Formen von Gemeinschaftlichkeit zu suggerieren.
John Neubauer
Vortrag:
WWW: Welchen Wert hat ein literarisches Wissen?
Die Komplexität gewisser literarischer Werke stellt sehr hohe Anforderungen an den Leser. Komplexe Werke sind immer wieder geschrieben worden (denken wir nur an Dantes Göttliche Komödie), sind aber besonders typisch für den Modernismus. Ulysses von James Joyce, Doktor Faustus von Thomas Mann, Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil, A la recherche de la temps perdu von Marcel Proust, die Duineser Elegien von Rainer Maria Rilke oder Waste Land von T.S. Eliot manifestieren alle, wenn auch auf verschiedener Weise, eine typisch modernistische Komplexität. Der Modernismus brachte ja auch eine Renaissance von Góngora, den Metaphysical Poets und anderen komplexen Dichtern des 17. Jahrhunderts.
Nicht diese gattungsübergreifende Komplexität modernistischer Werke an sich ist mein Thema, sondern eher die an sich auch komplexe Werteverschiebung, die seit dem Modernismus entstanden ist. Denn, so meine ich, unser Zeitalter (man mag sie auch in diesem Sinne postmodern nennen) bringt nur selten vergleichbare komplexe Werke zu stande, und wenn, dann liegt die Komplexität bei ihnen anderswo. Was geschieht mit den ja nicht so alten komplexen Werken des Modernismus in einem Zeitalter, in dem der allgemeine Leser nicht mehr die Zeit und die Kenntnisse besitzt, die zur adäquaten Wertung solcher literarischer Werke nötig sind. Kafkas Das Schloss stellt keine solche Forderungen an den Leser; wohl aber Doktor Faustus oder das Waste Land.
Elisabeth Rangosch-Schneck
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Othmar Schmiderer
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Manfred Stassen
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Marlene Streeruwitz
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Teruaki Takahashi1966-1974 Studium der Germanistik, Anglistik und Philosophie in Tokyo und in München; ab 1974 Hochschullehrer in Tokyo, seit 1990 o. Prof. an der Rikkyo-Universität Tokyo (seit 2008 Vizepräsident); 2001-2003 Präsident der Japanischen Gesellschaft für Germanistik, seit 2007 Präsident der Japanischen Herder-Gesellschaft; seit 1984 Humboldtianer (AvH); 2007 Gastdoz. in Tübingen; Aktueller Forschungsschwerpunkt: Kontrastive Kulturkomparatistik (japanisch-deutsch). Publikationen zu Kaempfer, Kant, Lessing, Hamann, Herder, Goethe, Schiller, Hölderlin, Dilthey, Gadamer, Ransmayr u.a. sowie zur japanischen Geistesgeschichte.
Vortrag:
„Standard“ — ein japanischer Begriff?
Arata Takeda ist Dozent für Neuere deutsche Literatur und Komparatistik an
der Universität Tübingen. Er studierte Germanistik, Romanistik und Komparatistik in Tokyo, Tübingen und Venedig und war Träger
des Rotary Foundation Ambassadorial Scholarship (1997-1998) und des Promotionsstipendiums der Friedrich-Naumann-Stiftung
(2004-2007). In seiner Dissertation befasste er sich mit dem orientalistischen Blick des Westens auf das Phänomen des
Selbstmordattentats und dessen existierenden Paradigmata in der westlichen Literatur. Im Mittelpunkt seines Forschungsinteresses
stehen Fragen der kulturellen Differenz sowie der Transkulturalität. Seine weiteren Forschungsschwerpunkte liegen in den
Bereichen der vergleichenden Motivforschung und der literarischen Übersetzung.
Miloš Vec (*1966) arbeitet am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main. Er studierte Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main sowie law, management sciences und information technology an der University of Keele, Staffordshire, in England. 1999-2004 Leiter einer selbständigen wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft „Recht in der Industriellen Revolution“. 2000 Berufung zum Gründungsmitglied der „Jungen Akademie“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina 2000-2005. Habilitation 2005 für die Fächer Neuere Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Zivilrecht; Nachwuchspreis der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur (2006) Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (2008). Buchpublikationen in Auswahl: Zeremonialwissenschaft im Fürstenstaat (1998); Die Spur des Täters (2002); Recht und Normierung in der Industriellen Revolution (2006); Der Campus-Knigge (Hg.; 2. Auflage 2008).
Vortrag:
Normbildung und Standardisierung in historischer Perspektive.
Kristiane Weber-Hassemer
Kristiane Weber-Hassemer, Jahrgang 1939, studierte Rechtswissenschaften, politische Wissenschaften und Soziologie in Tübingen und Hamburg. Sie arbeitete zunächst als Rechtsanwältin in Hamburg, dann als Richterin in Frankfurt; von 1994 bis 2004 war sie als Vorsitzende eines Strafsenates tätig, unterbrochen von einer vierjährigen Amtszeit (1995 bis 1999) als Staatssekretärin im Hessischen Ministerium der Justiz und für Europaangelegenheiten. Seit 2001 war sie Mitglied des Nationalen Ethikrates, seit 2005 seine Vorsitzende. Seid dessen Auflösung im Jahr 2008 ist sie Mitglied des Deutschen Ethikrates.
Vortrag:
Lebensschutz durch Babyklappen? Über Konflikte bei der Politikberatung zu ethischen Fragen.
Wir erleben eine bisher nie dagewesene Ethisierung unserer – westlichen – Lebenswelten.
Sie findet in Bereichen verstärkt statt, die von Ungewissheit und Unsicherheit geprägt sind, in denen keine gesicherten Regeln ausreichend etabliert sind und verbindliche moralische Instanzen fehlen.
In pluralen modernen Gesellschaft existieren sehr verschiedene Werthaltungen. Die gesellschaftlichen und politischen Institutionen geraten überall unter Legitimationsdruck.
Politischen Entscheidungen müssen heute gesellschaftliche Debatten vorausgehen, in die alle relevanten Gruppen und die Medien einzubeziehen sind. Neben einzelnen Fachdiskursen und ihren Foren bieten sich unabhängige sog. Ethikkommissionen an, die interdisziplinär und plural besetzt sind. Sie können durch ihre Arbeit dazu betragen, die gesellschaftlichen Debatten zu stimulieren und die politischen Entscheidungsträger zu beraten.
Am Beispiel des Problems der anonymen Kindesabgabe, insbesondere durch Babyklappen, sollen die Möglichkeiten und Grenzen der Beratung durch ein ethisches Expertengremium illustriert werden.
Elmar Weitekamp
Vortrag:
„Normorientierung und Devianzbereitschaft in verschiedenen Schülermilieus vom Jugendstrafvollzug bis zum Gymnasium.“ oder „Normorientierung und Erziehungserfahrungen in verschiedenen Religionen: Christen, Muslime, Freigläubige/ Nichtgläubige.“.